M2

Gertrude Stein hat die Luft gemalt

Neue Mayröcker-Oper

Aus Friederike Mayröckers Text "Gertrude Stein hat die Luft gemalt" strömt eine Fülle bildhaft-surrealer Szenen, die nicht kausal verbunden sind. Die Hauptfigur löst sich permanent in imaginären Begegnungen multiperspektivisch in andere Figuren auf. Das Libretto entfaltet seine Sogkraft über eine surreale, traumartige Atmosphäre, die meine Musik aufgreift, indem sie ein unbewusstes Stimmungsklangbild schafft, auf dem der Text, wie eine instrumentale Hauptstimme, gesprochen erklingt (Melodram) und so einen reizvollen Reibungspunkt zu der mitunter stark von Puls geprägten Musik bildet. Mit drei Klarinetten, zwei Geigen, zwei Celli, Vibraphon, Akkordeon und Klavier sind die 10 Instrumente so zusammengestellt, dass ein warmer, erdiger und dichter Klang entsteht. 2 Frauenstimmen verleihen dem Gesamtklang einen vollendeten silbrigen Glanz. Nur in besonderen Momenten wandelt sich das Sprechen in Singen und gibt diesem Werk sein ganz eigenes Gepräge.


  • Suhrkamp